Januar…..Anzuchtzeit. Von Süßkartoffeln und anderen Kandidaten…


31. Januar 2018 / Annika

Jedes Jahr im Januar packt es mich, ich bekomme Hummeln in den Hintern und ich renne schließlich los und hole mir alles zusammen, um meine Gemüsepflanzen, Blumen und Kräuter im Samenstadium endlich in die Anzuchtschalen zu bekommen.

 

Pflanzenanzucht Selbstversorger Permakultur

 

Okay, viele sagen: WAAAAAS, SOOOO FRÜÜÜÜH???? ….ein wahrer Vokalhagel prasselt Jahr für Jahr auf mich nieder, ABER: JAAAAHAAA, SOOO FRÜÜÜH! Erstens freue ich mich jedes Jahr wie irre darauf und zweitens gibt es wahrlich zwei Pflanzen, mit denen bin ich dann schon echt spät dran. Zum einen ist es die Süßkartoffel, zum anderen die Physalis (wie in einem voran gegangenen Beitrag schon berichtet, ist sie bei mir, spätestens Anfang Januar, in der Anzucht).

Mit der Süßkartoffel kann man so verfahren, dass man im Herbst im Haus schon für das kommende Jahr starke Pflanzen vorzieht, oder man kann auch jetzt noch loslegen. Eine Variante ist Folgende:

 

Permakultur Selbstversorger Süßkartoffel anbauen

 

Man nehme eine Süßkartoffel, zücke ein Messer und schneide das obere und untere Ende ab, bespicke die Knolle mit drei Hölzchen und hänge diese mit der Schnittfläche ins Wasser und positioniere sie an einem warmen , hellen Ort. So mache ich es. Man kann die Knollenteile genauso gut in einen Topf mit Erde pflanzen und feucht halten. Bilden sich bei meiner Variante nun Triebe, kann man bei einer Länge von etwa 15 cm die komplette Knolle in die Erde eines Topfes setzen oder aber man schneidet die Triebe ab, lässt sie in einem Glas mit Wasser bewurzeln und steckt diese dann in Töpfe. Nach den Eisheiligen kann die rankende Pflanze mit den hübschen Blüten nach draußen.

Ich baue ja alles an…quer Beet. Ich fange jetzt, Ende Januar, aus folgendem Grund schon an: Ich möchte, dass meine Pflänzchen langsam wachsen und dadurch eine kräftige Basis entwickeln. Je nach Pflanze entscheide ich, wo sie stehen…warm und hell oder kühler und hell. Du findest auf den Saattüten, bei welcher Temperatur die Samen im Freiland keimen würden oder erhältst Angaben zur Anzucht im Haus oder Gewächshaus. Bei mir ist auch irgendwie eine Menge Bauchgefühl mit dabei. Sehe ich, dass sie plötzlich schießen, variiere ich einfach den Standort.

 

Selbstversorger Permakultur Anzucht aussähen

 

DU BENÖTIGST ZUM LOSLEGEN:

Saatgut

Anzuchtschalen jeglicher Art*/ Eierkartons

Sprühflasche*

Anzuchterde*

Minigewächshaus* (wahlweise beheizbar*…kein Muss, macht sich aber bei Physalis, Okra und Paprika gut)

etwas zum Beschriften*

eine kleine Schaufel* und Gartenhandschuhe* für Jene, die keine Lust auf schwarze Ränder unter den Nägeln haben

 

Und dann legst du einfach los…

 

Pflanzenanzucht Selbstversorger Permakultur Bauernhof

 

… Erde rein, Samen rein ( nicht zu dick streuen, sonst ist es beim Pikieren/ Vereinzeln später ein bisschen nervig). Beachte auf den Samentütchen Hinweise wie: Lichtkeimer. Diese Samen möchten an der Oberfläche liegen und nicht mit Erde zugedeckt werden, z B Basilikum. ( Ich entdecke gerade diesen netten kleinen Schreibfehler in meiner Eierpappe :O)….natürlich sind es Zucchini, nicht Zuchini…Hahaha )

Jetzt, im Januar, ziehe ich Gurken, Melonen, Kürbis, Tomaten, Paprika, Chili, Süßkartoffeln, Physalis, sämtliche Kohlarten, teilweise Salat, Blumen und alle möglichen Kräuter vor. Direkt ins Beet sähe ich zu gegebener Zeit Mangold, Spinat, Radieschen, Rote Beete, Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzel, Rettich, Melde, Bohnen, Erbsen…..

Jedes Jahr hebe ich mir Samen, die meine selbstgezogenen Pflanzen ausgebildet haben, auf, um im Folgejahr mit geringem Aufwand und fast ohne Kosten wieder neu starten zu können.

 

Pflanzenanzucht Selbstversorger Permakultur

 

Auf dem Bild siehst du die Samen vom Hokkaidokürbis und von Paprika vom Vorjahr.

Bei Zucchini und Co.( also der Kürbisfamilie), kann es durch die Benutzung der Samen der selbstgezogenen Pflanzen und diverser anderer Faktoren zu Komplikationen kommen. Sobald die Früchte deiner Ernte bitter schmecken sollten, entsorge sie sofort. Der Bitterstoff Cucurbitacine kann zu Erbrechen, Übelkeit und Durchfall führen. In erhöhter Konzentration sogar zum Tod.

Aus den im Supermarkt verkauften Sorten, wurde die Fähigkeit, Bitterstoffe zu bilden, herausgezüchtet. Durch Mutationen oder Kreuzungen mit Wildsorten, können Bitterstoffe wieder auftreten. Bei gekauftem Saatgut gehst du also auf Nummer sicher.

 

Halte nun deine Anzuchterde immer feucht, aber nicht nass. Ich mache dies am liebsten mit einer Sprühflasche, da mir beim Gießen die Samen immer wieder aufschwemmen.

Lass nun deine Samen erst mal keimen und freue dich darauf, wenn es grün aus der Erde sprießt.

Wie ich dann weiter verfahre, wie ich die Pflänzchen vereinzele und ab wann sie an die frische Luft oder ins Gewächshaus umziehen dürfen, erfährst du in den nächsten Wochen hier.

 

Viel Erfolg!

Annika

 

18. März 2018 : Update…

 

Also…   Das mit den Eierverpackungen ist grundsätzlich prima, wenn man im Gewächshaus draußen vorzieht. Im Haus ist es blöd, weil a) man sich einen Wolf gießen muss (2 x am Tag), damit die Erde konstant feucht bleibt und b) weil die Packungen von unten anfangen zu schimmeln…trotz Luftzirkulation von unten.

Es musste ein neuer Plan her! Undurchlässige Gefäße in denen die Erde nicht so schnell austrocknet…ich bin über meinen eigenen Schatten gesprungen und habe mich nun am Ende doch für Plaste entschieden. Ich habe mir 200 Trinkbecher gekauft und die komplette Anzucht umgetopft!

 

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Die Süßkartoffeln sind mittlerweile auch eingetopft und stehen schön warm auf dem Kachelofen, denn sie brauchen wirklich viel Wärme und ich habe eher kühle Räume. Natürlich sie bekommen sie in einigen Wochen groooße Pötte um sich zu entwickeln ;O)

 

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Ich hatte nochmal komplette Knollen ins Wasser gestellt. Das funktioniert auch prima und es haben sich in kürzester Zeit Wurzeln und Triebspitzen gebildet.

 

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Von Denen, die , wie anfangs beschrieben, mit den seitlichen Hölzchen in Wassergläser gehängt wurden, habe ich die etwa 15 cm langen Triebe mit Blättern abgeknipst und diese dann in Wasser bewurzeln lassen. Ging auch super schnell und ist nun die dritte Variante, Süßkartoffeln selbst anzubauen.

 

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Alles wächst nun und gedeiht und ich bin gespannt wie Schmidt´s Katze, was wie am besten funktioniert und Früchte trägt!

 

 

Annika

 

 

 

 

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