So war das: Notartermin für Anfänger


4. Januar 2016 / Sabrina

Schon lange Zeit bevor unser Notartermin überhaupt feststand, fragte ich mich, wie der genaue Ablauf sein wird, was der Notar eigentlich macht, was bei dem Termin geschieht, ob man Unterlagen benötigt und wie lange man dort sitzen wird. Irgendwann war Tag X und alle meine Frage klärten sich damit natürlich. Die Aufregung war riesig und ich denke es ist einer dieser unvergesslichen Momente im Leben, die sich auf ewig einbrennen.

Allgemein ist es ja so, dass ein Hauskauf oder auch das Bauen keine Sache ist, die man im Leben 500 Mal wiederholt (okay, es sei denn man betreibt ein Bauunternehmen oder etwas in der Art). Deshalb fühlt man sich auch von dem ganzen verwaltungstechnischen Drumherum ein wenig geplättet. Ich muss zugeben, dass ich Bekannte regelrecht ausquetschte, um zu erfahren, wie der Hauskauf Schritt für Schritt abläuft. Manchmal wurde mir schon ein Augenrollen entgegen geschmissen und die Aussage: „Du wirst es schon sehen.“ –  und doch ist es am Ende immer ein Fall für sich. Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick in unseren „Fall“ geben, wie der Termin beim Notar abgelaufen ist, wer sich gekümmert hat, was benötigt wurde und wie lange es gedauert hat.

Die notarielle Beurkundung – das Ultimatum für Hauskäufer

Mittlerweile ist es wahrscheinlich recht bekannt, dass der Notartermin sozusagen das „Ultimatum“ beim Hauskauf ist. Dein Verkäufer kann dir 2000 Mal bestätigen und versichern, dass du das Haus bekommen wirst, aber solange ihr nicht gemeinsam den Notar aufgesucht habt und dieser wiederum notariell beurkundet, dass dort eine Immobilie zu den vereinbarten Werten, Größen, Umständen usw. verkauft wurde, ist der Hauskauf jederzeit eine wackelige Angelegenheit. Gerade dieser Umstand lies mich bis zum endgültigen Termin zittern. Die Erzählungen von Maklerin und anderen Hauskäufern trugen das Übliche dazu bei. Immer klang mir der gleiche Satz nach: „Erst im Anschluss des Notartermins kann man sich sicher sein!“

Aufatmen kann man also eigentlich erst, wenn man beim Notar war und die Urkunde kurze Zeit später in den Händen hält und dieser die Auflassungsvormerkung im Grundbuch veranlasst. Erst dann hat man die Sicherheit, dass der Verkäufer das Haus nicht ohne Weiteres an Dritte verkaufen kann, Erben sich vielleicht doch für die Immobilie interessieren (die Gefahr ist groß) oder der Verkäufer es sich plötzlich überlegt, dass man ja nochmal 20000 € draufpacken könnte (die Gefahr ist in der heutigen Zeit noch größer).

Wie kam der Notartermin bei uns zu Stande und wer hat sich darum gekümmert?

In unserem Fall saß eine Maklerin mit im Boot, die den gesamten Verkaufsprozess betreute und sich dementsprechend auch um den Notartermin gekümmert hat. Man schaut sich die Immobilie also mindestens einmal an und stellt fest, dass man diese gerne kaufen würde und genau das ist, wonach man die ganze Zeit gesucht hat. In der Regel folgt eine Zweitbesichtigung, um weitere Absprachen zu treffen und zu abzuschätzen, welche Modernisierungsmaßnahmen von Nöten sind, welche Kosten dabei ungefähr entstehen und wie die Übergabe laufen soll (ist das Haus bewohnt oder wird es noch bewohnt, gibt es Mieter, usw…). Wir haben schon vor dem Hauskauf mit unserer Bank gesprochen, um überhaupt eine „Preisrichtung“ zu haben und als fest stand, dass von unserer Seite her großes Interesse am Traumhaus besteht, haben wir auch da wieder mit der Bank kommuniziert und den Kredit genau durchrechnen lassen.

Da die ganze Abwicklung wie gesagt über eine Maklerin lief, wurde auch ein Vorkaufvertrag bei ihr festgehalten. Dort wurde der Kaufpreis verbindlich geregelt und wir unterschrieben auch dafür, dass wir die Provision von 5,95% an Frau Maklerin entrichten dürfen. Der Nachteil ist wohl der, dass Geld sozusagen „verpufft“. Wiederum haben wir dieser Dame das Haus zu verdanken und ich muss zugeben, dass ich mich doch durch ihre pure Anwesenheit bei ALLEN Terminen zum Haus etwas sicherer gefühlt habe.

Frau Maklerin kümmert sich

Als wir den Vorkaufvertrag im Maklerbüro ausfüllten (ich meine mal gelesen zu haben, dass dieser juristisch gesehen unwirksam ist, wenn man beim Notar nicht unterschreibt), wurden schon sämtliche Daten von uns abgefragt. Zudem informierte uns Frau Maklerin darüber, dass wir den Notar als Käufer bestimmen dürfen, sie uns aber auch gerne einen Termin besorgt. So kam es, dass wir uns fix für den 29.12.2015, 09:00 Uhr bei Herrn Notar verabredeten. Der Vorabentwurf des Vertrages wurde uns übrigens schon 2 Wochen vor dem Beurkundungstermin zugestellt, sodass wir schon einmal einen Blick hinein werfen und eventuelle Fehlangaben ergänzen konnten.

Eigentliche Arbeit beginnt noch vor Notartermin

Ich möchte es hier nochmal betonen: Ich bin froh, dass wir eine Maklerin hatten. Ja, ich weiß, die kosten Geld, aber wir hätten wirklich keinen Dunst darüber gehabt, dass die Bank bis 2 Tage vor dem Notartermin die „Kreditfreigabe“ zum Notar senden muss, oder, dass im Anschluss an den Notartermin erst die rechtliche Seite ins Rollen kommt und (bei uns nahezu unwahrscheinlich) Gefahr besteht, dass die Gemeinde von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch macht. Auch das Wort Grundschuld war für uns Neuland. Natürlich wissen die Banken das eventuell auch alles, aber die Maklerin hat man einfach schnell am Telefon, darf sie wegen jeder Unklarheit befragen und weiß, dass sie ebenfalls mit den Verkäufern in Kontakt steht. Zudem hat sie die komplette Zuarbeit für den Notar übernommen. Wir mussten eigentlich nur warten und mit der Bank sprechen. Sie hat auch die gesamte „wie geht es nach dem Notar weiter Sache“ mit uns und den Verkäufern besprochen, sodass diese transparent für alle Seiten geregelt ist.

notartermin hauskauf

Na und wie war es jetzt?

Ja, jetzt habe ich lange um den heißen Brei geschrieben. Doch das Irre ist: schlussendlich war der Notartermin weniger aufregend, als erwartet. Der Notar hat alles genau erklärt, lange vorgelesen und wir haben zudem noch die Grundschuldbestellung unterschrieben. Ich hatte mir irgendwie viel zu viele Gedanken gemacht. Das Wichtigste war an diesem Tag wohl einzig, dass die Verkäufer zum Termin erscheinen und ich den Personalausweis einstecken habe. Als wir ins Notarbüro eintraten und ich die Verkäufer direkt sitzen sah, fiel alle Last bereits ab und ich war mir sicher: Wir kaufen nicht nur ein Haus, uns wird es auch gehören!

Heute, gut eine Woche danach, ist es mir immer noch unwirklich. Das liegt natürlich daran, dass wir noch nicht ins Haus können, aber auch, weil man es gar nicht begreifen kann, welch Ausmaß es haben wird. Ich glaube, es sind die Dinge im Leben, die man einfach erleben muss, um sie zu glauben 😀

Übrigens dauerte es gar nicht lange, bis hier die ersten Rechnungen eintrudelten. Wer also ein Haus kauft, kann sich darauf einstellen, dass in dieser Hinsicht schnell gearbeitet wird. In unserem Fall ist es nicht so, dass wir ein leerstehendes Haus gekauft haben, sondern die Verkäufer NOCH darin wohnen. Mit NOCH meine ich, dass sie selbst schon eine neue Immobilie gekauft haben und nun das Haus Zug um Zug an uns übergeht. Das muss bis spätestens 30.05. geschehen, aber die Verkäufer sind sich sicher, dass es schneller laufen wird.

Was ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte, war vielmehr die Zeit, die ab Notartermin verstreicht, bis man wirklich ins Grundbuch eingetragen ist und alle behördlichen Schritte erledigt sind. Bei uns verschiebt sich der endgültige Termin nochmals nach hinten, da der Kaufpreis erst mit Übergabe fällig wird. Der Herr Notar meinte, dass man Mitte Februar damit rechnen kann, dass von der rechtlichen Seiten her grünes Licht aufleuchtet. Dann ist der Vorkaufsverzicht der Gemeinde vorliegend, die Rückmeldung von Makler, Grundbuchamt, Finanzamt usw. Ab Eingang des Schreibens heißt es mit dem Verkäufer in Kontakt zu treten und die Übergabe abzustimmen…das macht die kommenden Tage ziemlich aufregend und ein bisschen zermürbend.

Sabrina

*Dieser Beitrag gibt lediglich meine Erfahrungen und Eindrücke wieder. Er ersetzt keine Meinung eines Fachexperten und dient nur als grobe Richtlinie, um sich vorab darüber zu informieren. *

One Reply to “So war das: Notartermin für Anfänger”

  1. Herzlichen Glückwunsch! Das scheint ja ein spannendes Jahr zu werden und ich freue mich, wenn ich euch dabei ein bisschen über die Schulter blicken kann 🙂

    Die Unterschrift beim Notar ist vielleicht wie die Unterschrift unter der Eheurkunde… Eigentlich ist es kein großes Ding. Aber wenn du den Stift in der Hand hältst, dann hast du auf einmal deine ganze Welt in den Händen. War zumindest bei mir so 🙂

    Liebe Grüße, Silva

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